Unsere Kirchengemeinde Züttlingen

Ruhepause in unserer Gemeinde

Geistliches zur Corona-Pandemie Bischofswort, Predigten, Fürbitten

  • add Andacht für Sonntag Judika, 29. März 2020

    Andacht für Sonntag Judika, 29. März 2020

    Vorschlag des OKR für häusliche Andachten

    Kirchenrat Dr. Frank Zeeb

     

    Synode und Kollegium des OKR folgen der Verordnung der Landesregierung, in deren Anwendung einstweilen keine öffentlichen Gottesdienste in den Gemeinden stattfinden, um – soweit das menschenmöglich ist – die Verbreitung des neuartigen Virus zu verlangsamen. In diesen Zeiten geschieht gottesdienstliches Leben, gottesdienstliche Andacht und gottesdienstliche Anbetung auf andere Weise als durch den sonntäglichen Predigtgottesdienst. Hier ist nicht zuletzt Fantasie und Kreativität gefordert, sich unter das Wort zu stellen und dennoch die „erste Bürgerpflicht“ zu erfüllen, soziale Kontakte soweit als möglich zu reduzieren. Zumeist denkt man an digitale Möglichkeiten. Aus einer Wohnanlage in Württemberg wurde mir berichtet, dass dort Liturgie über die Balkone hinweg gepflegt wird … Meistens werden es jedoch Familien sein, die den Sonntag „hier und dort in den Häusern“ begehen möchten. Größer wird die Gemeinschaft auch, wenn sich mehrere Familien verabreden und zur selben Zeit feiern (vielleicht tatsächlich unter Verwendung von Videokonferenzen o.ä.?)

     

    (L: Liturg, A: Alle, E1-E4 Einzelne)

    Der Vorschlag folgt weitgehend der Struktur des sonntäglichen Predigtgottesdienstes. Sie ist als Ganzes komponiert, dennoch können einzelne Teile ausgetauscht oder gelöscht werden. Das gemeinsame Gebet ist bewusst etwas breiter gefasst als das im Sonntagsgottesdienst der Fall ist, es kann auch ­ – vor allem das Fürbittgebet – durch eine Gebetsgemeinschaft ersetzt werden.

    Wenn in dieser Form gebetet werden soll, sollten entweder genügend Exemplare für die Hand der Teilnehmenden bereit liegen oder – wo die technische Möglichkeit besteht – eine Wandprojektion gemacht werden. Selbstverständlich kann man die Zahl der Lesenden auch anders aufteilen.

    Statt einer Lesepredigt teilen die Anwesenden ihre Gedanken miteinander nach einer Variante des bekannten „Bibel-Teilens“. Selbstverständlich ist es auch möglich, dass ein Einzelner oder mehrere eigenständig Zeugnis ablegen.

    Die Lieder können selbstredend gegen andere ersetzt werden, es wurde darauf geachtet, möglichst bekannte Lieder vorzuschlagen. Auch ein dünner oder vielleicht nicht ganz tonsicherer Gesang vereint uns mit den himmlischen Chören – es ist aber auch nicht schlimm, wenn einmal nicht gesungen werden kann. Wo das technisch geht, kann man auch die Liedtitel einfach in Youtube eingeben und dann eine entsprechende Fassung verwenden, noch nicht alle Lieder sind in der Cantico-App.

    Die üblichen Vorsichtsmaßnahmen sind selbstverständlich auch bei diesem Gottesdienst zu beachten (möglichst großer Sitzabstand, kein Segenskreis mit Händefassen …)

    Der Oberkirchenrat wünscht allen Feiernden die Erfahrung der Anwesenheit unseres Gottes, der uns geleitet in guten und schweren Tagen und ganz bestimmt stärker ist als alle Mächte und Viren dieser Welt.

     

    <h4 style="mso-list:l0 level4 lfo1">Liturgie</h4>

    L: Im Namen Gottes, des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.
    A: Amen.
    L: Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn.
    A: Der Himmel und Erde gemacht hat.

    (Entzünden einer Kerze)

    Begrüßung

     L: Liebe Schwestern und Brüder, heute ist der fünfte Sonntag der Passionszeit, der Sonntag Judika. Judika heißt auf Deutsch „Schaffe mir Recht, Gott“. An Jesu Schicksal wird deutlich, dass Menschenwürde immer in Gefahr ist, dass Leid, Schuld und Tod in der Welt eine grausame Wirklichkeit sind. Aber Gott ist ein Gott, der Gerechtigkeit will, den Unterdrückten und Leidenden zur Seite steht. Deshalb ist er in Jesus zu uns gekommen und hat durch seinen Tod alle Schuld und alles Leid, ja, den Tod selbst besiegt.

     So grüße ich Sie / Euch mit dem Wochenspruch für den heutigen Tag: „Der Menschensohn ist nicht gekommen, dass er sich dienen lasse, sondern dass er diene und gebe sein Leben als Lösegeld für viele.“

    Lied: EG 361,1.2.4.6: Befiehl du deine Wege (Cantico-App)

    https://www.youtube.com/watch?v=TXMZVpwiLaw


    Psalm 43 / EG 724 (auf das Ehr sei dem Vater wird auf dem Höhepunkt der Passionszeit verzichtet)

    Eingangsgebet: (nach reformiert-info.de)

    E 1: Gnädiger und gerechter Gott,
    das Leiden deines Sohnes
    führt uns vor Augen,
    wozu Menschen fähig sind,
    wenn sie hassen,
    wenn sie Angst haben, zu kurz zu kommen,
    oder sich unkritisch treiben lassen
    von gewissenlosen Stimmungsmachern.

    E 2: Wie in einem Spiegel
    erkennen wir dabei auch eigene Abgründe:
    Feigheit, wenn wir gefordert sind,
    mutig zu reden und zu handeln,
    Abgestumpftheit gegen fremdes Elend,
    und manchmal auch
    bewusste Gemeinheit und Schadenfreude.


    E 3: Es beschämt uns,
    wenn wir uns eingestehen müssen,
    dass wir nicht so sind,
    wie wir gern wären
    oder wie wir vorgeben zu sein.


    E 4: Vor dir, Gott,
    ist unser Innerstes nicht verborgen.
    Aber das Kreuz deines Sohnes
    erinnert uns auch daran:
    Deine Liebe ist stärker
    als das Böse in uns
    und in unserer ganzen Welt.


    A: Deine Liebe behält das letzte Wort
    und schafft neue Anfänge.
    Gnädiger und gerechter Gott,
    erneuere auch uns.

     

    Stilles Gebet

    L: Wir beten weiter in der Stille, miteinander und füreinander.

    (Gebetsstille)

    L: Herr, du hörst unser Gebet, darum kommen wir zu dir.


    Lied: EG 97: Holz auf Jesu Schulter

    www.youtube.com/watch

    oder EG 172: Sende dein Licht und deine Wahrheit

     

    Predigttext: Hebr 13,12-14
    (Der Predigttext wird nach der Methode: „Bibel Teilen“ in sieben Schritten gemeinsam erschlossen)

    Bibel Teilen in sieben Schritten:

    1.      Wir öffnen uns für Gott in Gebet und Lied:
    Herr, du unser Gott, öffne unsere Herzen und unseren Sinn für dein Wort. Wir wollen hören, rede du. Was du uns sagen willst, das lass uns aufmerksam wahrnehmen. In all unserer Sorge, tröste uns. Gib uns ein festes Herz, das uns gewiss macht in der Hoffnung auf dich. Gib uns ein waches Auge, dass wir nicht nur geistlich aufschauen und vor allem nicht zurückschauen, sondern den Nächsten und seine Not sehen. Und gib uns eine sichere Hand, dass wir in den kommenden Tagen das rechte Tun, besonnen und mit Augenmaß. Das bitten wir durch Jesus Christus, deinen lieben Sohn, unseren Herrn.

    2.      Eine/r liest den Predigttext
    „Darum hat auch Jesus, damit er das Volk heilige durch sein eigenes Blut, gelitten draußen vor dem Tor. So lasst uns nun zu ihm hinausgehen vor das Lager und seine Schmach tragen. Denn wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir.

    3.      Verweilen und Vertiefen
    Der Text wird erneut – langsam – gelesen. Jeder und jede wird eingeladen, mitzulesen und an den Stellen, die ihm besonders naheliegen, besonders zu betonen. In einer dritten Lesung gelingt es oft, einen emotionalen Klangteppich zu weben, bei dem die Gefühle (Ablehnung, Zweifel, Angst, Freude …) wie in einer Symphonie zusammenklingen.

    4.      Schweigen (ca. 3-5 Minuten)
    Die Teilnehmenden besinnen sich, jeder und jede für sich, was der Text jede/m einzelnen sagen will. Sie lassen sich darauf ein, dass nicht alles unmittelbar einsichtig ist. Sie suchen nach Anknüpfungspunkten in ihrem Leben und besinnen sich darauf, was sich in der kommenden Woche von diesem Text her in ihrem Alltag nahelegt.

    5.      Mitteilen
    Wer mag, kann den anderen die eigenen Gedanken mitteilen. Wichtig ist, dass es in dieser Phase nicht um Diskussion geht, sondern darum, zu hören, was der Text bei den Schwestern und Brüdern ausgelöst hat. Deshalb wird hier nicht kommentiert.

    6.      Austauschen

    Wir suchen im Gespräch nach der Bedeutung des Textes. Meist ergibt sich aus der Mitteilungsphase ein Gespräch und Themen von allein. Wenn nicht, könnten Leitfragen hilfreich sein:

    -       „Draußen vor dem Tor / vor der Tür“ … woran denken wir bei dieser Redensart

    -       Ist nur der Tod Jesu gemeint und seine „Schande“, die er auf sich nimmt, oder hat das Wort auch einen Bezug auf die ausgegrenzten Menschen heute?

    -       Was meint der Text, wenn er uns auffordert, „hinauszugehen“? Was kann das bedeuten, wo wir doch „zu Hause bleiben“ sollen?

    -       Wie stellen wir uns die „zukünftige Stadt“ vor?

    -       Ist der Verweis auf die „zukünftige Stadt“ nicht eine billige Vertröstung, fast schon zynisch angesichts des Leids in der Welt?

    -       „In der Welt habt ihr Angst, aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden“ (Joh 16,33)

     

    7.      Lied: z.B. EG 95,1-4 Seht hin, er ist allein im Garten

    www.youtube.com/watch

    oder EG 592: Licht, das in die Welt gekommen

     

    Fürbittengebet (nach velkd.de) :
    E1: Ratlos sind wir, Gott,
    und bringen unsere Ratlosigkeit vor dich.


    E2: In Sorge um unsere Angehörigen sind wir,
    und wir bringen unsere Sorge vor dich.


    E3: Bedrückt sind wir,
    und wir bringen unsere Angst vor dich.


    A: Dankbar sind wir für alle Menschen,
    die uns Mut machen,
    und wir bringen unseren Dank für sie vor dich.


    E 1: Mitten hinein in unsere Angst
    schenkst du uns das Leben.


    E 2: Du schenkst uns
    Musik, Gemeinschaft und
    die Fürsorge unserer Freunde und Nachbarn.


    E3: Du schenkst uns
    Inspiration,
    Freundlichkeit
    und Mut.


    A: Du schenkst uns
    den Glauben, die Liebe und die Hoffnung.
    Dir vertrauen wir uns an – heute und morgen und an jedem neuen Tag.
    Amen.


    L: Vater unser


    Segen

    L:: Der Herr segne uns und behüte uns // der Herr lasse sein Angesicht leuchten über uns
    und sei uns gnädig. // Der Herr erhebe sein Angesicht auf uns, und schenke uns Frieden.
    A: Amen.

     

  • add Vorschlag zum Abendgebet um 19.30 Uhr / Moment des Innehaltens vor Gott

    Um 19.30 Uhr läuten unsere Züttlinger Gocken.

     

    Moment des Innehaltens vor Gott 

    Landesbischof July hat das wie folgt formuliert:

    Die Glocken sollen uns daran erinnern, dass wir unser Leben auch in diesen Krisentagen mit dem großen Horizont der Gegenwart Gottes sehen. Die Glocken rufen uns zur Andacht und Fürbitte. Wir denken an die kranken Menschen und alle, die im medizinisch-pflegerischen Bereich, im öffentlichen Dienst, in den Familien und Nachbarschaften für Unterstützung und Hilfe sorgen.

     

    Hier ein Vorschlag der Landeskirche für eine Abendgebet/Abendandacht in dieser Zeit:

     

     

    Alle Feiern beginnen mit

     

    Einer: „Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes“

    Alle: Amen.

     

    Die Kerze wird entzündet und ins Fenster, möglichst zur Straße hin, gestellt.

     

    1. Einfache Liturgie:

    Einer: Wir beten in der Stille

    (Gebetsstille)

     

    Gemeinsames Vater unser

    Segenswort: Der Friede Gottes, der höher ist als all unsere Vernunft, bewahre unsere Herzen in Christus Jesus. Amen.

     

    1. (Balkonsingen der EKD)

    Einer: Wir beten in der Stille

    (Gebetsstille)

    Einer: Wir singen verbunden mit Christen überall im Land

    (alle gehen auf den Balkon oder treten ans Fenster

    Lied: Der Mond ist aufgegangen

    Einer: Wir beten gemeinsam

    Vater Unser …

    Einer oder alle: Luthers Abendsegen

     

    „Ich danke dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, deinen lieben Sohn, dass du mich diesen Tag gnädiglich behütet hast, und bitte dich, du wollest mir vergeben alle meine Sünde, wo ich Unrecht getan habe, und mich diese Nacht auch gnädiglich behüten. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, dass der böse Feind keine Macht an mir finde.“

     

    Alle: Amen.

    1. Eine Liturgie für ein Tagzeitengebet, wie sie im Stift Urach, dem Einkehrhaus unserer Landeskirche gefeiert wird, finden Sie unter stifturach.de/content/2-stift-urach/8-modern-froemmigkeit-leben/gebetsliturgien_stift-urach.pdf

     

     

  • add Gottesdienst des Ev. Kirchenbezirk Weinsberg-Neuenstadt live aus Gochsen
  • add Kindergottesdienst im Livestream / weitere Angebote für Kinder

    Hier finden Sie weiter Angebote für Kinder/Kindergottesdienst

  • add Lese-Gottesdienst von Pfarrer Aller für Sonntag Lätare

    Gemeinde – Leben!
    Gottesdienst zuhause: Sonntag Lätare 22.3.2020

    Die Kirchenglocken läuten
     – Gottesdienst in der Kirche ist zurzeit nicht möglich.
    Wenn Sie mögen,
     nehmen Sie sich die Zeit für eine Gottesdienst zuhause,
    alleine für sich oder mit Familienangehörigen
     – und fühlen Sie sich verbunden
    mit Ihren Lieben und anderen Gemeindegliedern.
    Legen Sie sich ein Gesangbuch und eine Bibel zurecht.
    Singen oder lesen Sie die vorgeschlagen Liedstrophen
    oder Ihnen nahe, liebe Lieder.
    Lassen Sie sich von den Gebeten und Texten anregen
    und legen Sie Ihre Gebete und Gedanken dazu.
    Tauschen Sie sich aus, während des Gottesdienstes
    und danach per Telefon oder übers Internet 
    im Familien- und Freundeskreis
    …mit einer Tasse Kaffee…
    - eine neue Form des Kirchkaffees…

    (Entzünden einer Kerze)

    EG 398 In dir ist Freude

    1. In dir ist Freude in allem Leide, o du süßer Jesu Christ!

    Durch dich wir haben himmlische Gaben, du der wahre Heiland bist;

    hilfest von Schanden, rettest von Banden.  Wer dir vertrauet, hat wohl gebauet,
    wird ewig bleiben. Halleluja.
    Zu deiner Güte steht unser G’müte, an dir wir kleben im Tod und Leben;

    nichts kann uns scheiden. Halleluja.

    2. Wenn wir dich haben, kann uns nicht schaden Teufel, Welt, Sünd oder Tod;

    du hast’s in Händen, kannst alles wenden, wie nur heißen mag die Not.

    Drum wir dich ehren, dein Lob vermehren mit hellem Schalle, freuen uns alle

    zu dieser Stunde. Halleluja.

    Wir jubilieren und triumphieren, lieben und loben dein Macht dort droben

    mit Herz und Munde. Halleluja.

    Im Namen Gottes, des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen

    Liebe Geschwister,

    Der Sonntag Lätare ist ein kleines Osterfest mitten in der Passionszeit.
    Freut Euch! – Allem Leid zum Trotz!

    Wochenspruch

    Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und erstirbt,
    bleibt es allein; wenn es aber erstirbt, bringt es viel Frucht. (Joh 12, 24)

    Psalm 84, EG734

    Oder Hymnus aus dem Römerbrief:  EG 762

     

    Eingangsgebet (nach VELKD.de)   Alle – Eine/r

    A: Jesu Christus, unser Herr, wir singen dir Lob.

    E: Wir singen dir –

    Allein und mit schwacher Stimme

    aber wir sind nicht allein.

    Wir sind getrennt von unseren Freundinnen und Freunden,

    verzichten auf soziale Kontakte.

    A: Aber wir singen nicht allein. Du bist bei uns.

     

    A: Jesus Christus, unser Arzt, wir rufen zu dir.

    E: Wir rufen zu dir --

    in Sorge um die Kranken -

    aber sie sind nicht allein.

    Wir rufen zu dir mit bangem Herz,

    in Trauer um geliebte Menschen.

    A: Aber wir rufen nicht allein. Du bist bei uns.

     

    A: Jesus Christus, unsere Freude, wir hoffen auf dich.

    E: Wir hoffen unter deinem Geleit

    und bitten um Schutz und Schirm für alle

    die pflegen, forschen, retten.

    Wir bitten um Frieden in unserem Land, bei den Nachbarn, in Syrien und an der griechischen Grenze.

    A: Aber wir hoffen nicht allein. Du bist bei uns.

     

    A: Jesus Christus, unser Tröster, wir singen, wir rufen, wir hoffen.

    Alleine und gemeinsam loben, beten, glauben wir.

    Dir vertrauen wir uns an,

    heute, morgen und jeden neuen Tag.

    Amen.

    Stilles Gebet

    Wir beten weiter in der Stille, miteinander und füreinander.

    (Gebetsstille)

    Herr, du hörst unser Gebet, darum kommen wir zu dir.

    Schriftlesung Johannes 6, 47-51

    Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer glaubt, der hat das ewige Leben. 48 Ich bin das Brot des Lebens. 49 Eure Väter haben in der Wüste das Manna gegessen und sind gestorben. 50 Dies ist das Brot, das vom Himmel kommt, damit, wer davon isst, nicht sterbe. 51 Ich bin das lebendige Brot, das vom Himmel gekommen ist. Wer von diesem Brot isst, der wird leben in Ewigkeit. Und dieses Brot ist mein Fleisch, das ich geben werde für das Leben der Welt.

    Wochenlied

    Korn, das in die Erde (EG 98)

     

    Predigttext: Jesaja  66, 10-14

    Freuet euch mit Jerusalem und seid fröhlich über die Stadt, alle, die ihr sie lieb habt! Freuet euch mit ihr, alle, die ihr über sie traurig gewesen seid. 11 Denn nun dürft ihr saugen und euch satt trinken an den Brüsten ihres Trostes; denn nun dürft ihr reichlich trinken und euch erfreuen an dem Reichtum ihrer Mutterbrust. 
    12 Denn so spricht der HERR: Siehe, ich breite aus bei ihr den Frieden wie einen Strom und den Reichtum der Völker wie einen überströmenden Bach. Ihre Kinder sollen auf dem Arme  getragen werden, und auf den Knien wird man sie liebkosen. 
    13 
    Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet; ja, ihr sollt an Jerusalem getröstet werden.14 Ihr werdet's sehen und euer Herz wird sich freuen, und euer Gebein soll grünen wie Gras. Dann wird man erkennen die Hand des HERRN (an seinen Knechten und den Zorn an seinen Feinden).

    Andacht

    Liebe Gemeinde, liebe Schwestern und Brüder, liebe Patienten, Liebe Mitarbeiter*innen,

    viele sind besorgt wegen der drohenden Corona-Pandemie. Nur noch die allernötigsten Kontakte sind erlaubt. Für die einen ist Kurzarbeit oder Homeoffice angesagt, für andere in Läden, Pflegeheimen, Krankenhäusern, Verwaltungen… ist Höchstleistung und Kreativität gefordert.
    Kinder sind zu Hause, die Großeltern sollen möglichst wenig Besuch bekommen. Besuchsverbot in Pflegeheimen und Krankenhäusern. Viele fühlen sich in ihrer Wohnung und ohne Kontakte eingesperrt, wie gefangen. Die Sorge wegen der unkontrollierten Ausbreitung des Coronaviruses und die Angst vor einer Erkrankung hält unsere ganze Gesellschaft und viele Menschen persönlich gefangen.

    Der Predigttext für den Sonntag Laetare beginnt mit einem „Freut euch!“

     Das passt für diejenigen, die sich freuen, einmal zur Ruhe kommen zu können, Dinge zu Hause zu erledigen, zu denen sie lange nicht gekommen sind  oder die geschenkte Zeit in der Familie miteinander genießen.

    Für die Traurigen und Besorgten scheint das nun gar nicht zu passen.

    Unser Predigttext ist ein Hoffnungstext. Geschrieben für das Volk Israel, für die Menschen um Jerusalem. Manche sind noch in der Gefangenschaft in Babylon. Manche sind zurückgekehrt, mit all den Erfahrungen von Leid, Hoffnung und Ernüchterung. Manche stecken in neuen Gefangenschaften: Manche Träume und hoffnungsvollen Visionen von umfassendem Frieden und einer gerechten Gesellschaft haben sich nicht erfüllt.  Neues Unheil droht.
    Wenn das Volk den Ruf des Propheten hört, sich an Gottes Gebote hält und „mit dem Hungrigen das Brot bricht“, dann wird Gott seine Verheißungen wahr machen.
    Heute bedeutet das für mich: Die Nächstenliebe leben, so gut wir das können, füreinander da sein und teilen, was da ist – auch die letzten Nudeln oder Klopapierrollen im Regal. Wir haben doch genug! Und erst recht das teilen, was knapp ist: Schutz- und Hygieneartikel, für die, die des wirklich brauchen.

    à Überlegen Sie, was Sie selbst im Moment gefangen hält, traurig oder besorgt macht.

    Jesaja fordert zum Miteinander auf und ermutigt.
    Trost mitten im Wahnsinn – Freude mitten im Leid

    Bei Jesaja finden wir einen Hoffnungstext, der über alle möglichen Gefangenschaften hinausblickt. Die Krise hat ein Ende. Licht ist am Horizont.

    Lassen wir uns ermutigen von den tröstlichen, hoffnungsvollen Bildern.

    à Lesen Sie den Text noch einmal:
    Welche Bilder sprechen Sie an? Welche guten Erinnerungen kommen? Was tut ihnen gut?

    Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet.

    Wie ein Kind auf dem Arm getragen werden oder auf den Knien liebkost.
    Das sind Bilder von Trost und Geborgenheit, ja eigene Kindheitserfahrungen.
    Geborgen und sich satt trinken an der Mutterbrust: Sich an der Brust der Mutter anlehnen, sich bergen und mehr noch, gesättigt werden, gestillt werden satt werden nicht nur an Nahrung sondern auch an Geborgenheit, menschlicher Nähe,  Trost ,Zufriedenheit und Glück.
    „Trösten“ bedeutet hebräisch auch aufatmen – auch wenn einem ein Virus die Luft nehmen will (?!).

    Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet,
    spricht Gott den Menschen durch Jesaja zu.

    Satt werden und getröstet durch Gott den Schöpfer, der uns nähert und versorgt mit allem was wir brauchen.   Freude, Frieden und Trost wie mit der Muttermilch aufsaugen. Aus dem Jesajabuch können wir lernen, dass der göttliche Trost einen ganz und gar menschlichen Weg sucht, in die Welt hineinzuströmen.

    à Was macht Sie wirklich satt? Was nährt Sie? Was tröstet und stärkt Sie?

    Noch sind wir in Sorge, vielleicht in Trauer.

    Wir sind mitten in der Passionszeit: und mehr als sonst wird uns bewusst, dass unser Leben gefährdet und oft mühevoll ist. Ja, es gibt Angst und Leid in unserer menschlichen, irdischen Welt. Ja, es gibt Ungerechtigkeit und teils große Not, wenn wir trotz unserer Sorgen die Krisengebiete dieser Welt, u.a. in Syrien, in der Türkei und Griechenland nicht aus den Augen verlieren.
    Und: Wir erleben den mit Kraft und Pracht beginnenden Frühling. Der Magnolienbaum vor dem Pfarrhaus beginnt zu blühen, Veilchen verströmen einen betörenden Duft, die Vögel beginnen Nester zu bauen und sind voller Leben, Kinderlachen bei einem Spaziergang in der Natur.
    Gottes schöpferische Kraft.
    Das Coronavirus ist gefährlich und wir sollten sehr vorsichtig sein, damit er sich nicht zu rasant ausbreitet. Ja, Menschen werden erkranken, einzelne auch schwer, doch nur wenige wirklich lebensbedrohlich! Die medizinische Versorgung ist sehr gut und wir sind füreinander da: Ärzte und Ärztinnen und Pflegekräfte und alle die mithelfen, dass das alltägliche Leben weitergeht, die Gemeindeglieder und Nachbarn. Wir begleiten einander -  mit einem gewissen Abstand, aber doch verbunden.
    Gott selbst ist in unsere Welt gekommen, und hat sich selbst all dem menschlichen Leid ausgesetzt und sich in Jesus den Menschen zugewendet. Er ist nicht fern und leidet mit.
    Jesus Christus begleitet uns in Freud und Leid. Darauf können wir vertrauen.
    Mir spricht dieses Bibelwort die Hoffnung zu, dass wir auch diese Krise überwinden und durchstehen, als Gemeinde, als Gesellschaft und als jeder und jede einzelnen; dass wir aus allen möglichen Gefangenschaften befreit werden können und uns bergen können bei Gott.
    Gott wird uns trösten, nähren und begleiten wie Mutter und Vater zugleich mit seiner Liebe und schöpferischen Kraft.     

    Amen.

    Lied EG 398,2 In dir ist Freude

    . Wenn wir dich haben, kann uns nicht schaden Teufel, Welt, Sünd oder Tod;

    du hast’s in Händen, kannst alles wenden, wie nur heißen mag die Not.

    Drum wir dich ehren, dein Lob vermehren mit hellem Schalle, freuen uns alle

    zu dieser Stunde. Halleluja.

    Wir jubilieren und triumphieren, lieben und loben dein Macht dort droben

    mit Herz und Munde. Halleluja.

    Oder: EG 503,12-15 (Geh aus mein Herz),   EG 408 (Meinem Gott gehört die Welt)

     

    Fürbittengebet (nach evangelisches-brevier.de)

    L: Jesus Christus, du rufst uns zu dir. Aus dir können wir alles empfangen.
    Du bist unsere Hoffnung. Du bist voller Gnade und Wahrheit für alle, die sich nach dir ausstrecken.

    Dich rufen wir an.

    A: Kyrie eleison.

     

    Christus Jesus, du bist unser Leben. Du warst gehorsam bis in den Tod.
    Du bist die Quelle geworden von allem Trost. Du bist für uns Weg und Wahrheit und Leben.
    Und Auferstehung ist ganz in dir. Du bist unsere Versöhnung und unser Friede.
    Dich rufen wir an.   

    A: Kyrie eleison.

     

    L: Jesus Christus: Mühselig mit unseren Last und beladen von Schuld kommen wir zu dir.

    Du bist das Heil derer, die auf dich warten. Du bleibst die Hoffnung aller, die in dir sterben.

    Du bringt Erfüllung für jede und jeden, die es mit dir wagen.
    Dich rufen wir an.   A: Kyrie eleison.

     

    L: Wir bitten dich: Schaffe dir durch die Macht deiner Gnade ein hörendes Volk, das deine Botschaft gern aufnimmt, das immer wieder umkehrt zu dir und Früchte des Geistes zu bringen vermag.     Dich rufen wir an. 

    A: Kyrie eleison.

     

    L: Stehe allen bei, die sich in Gefahr befinden, die bedrängt sind oder Not leiden.
    Umsorge die Kranken. Gewähre deinen Schutz den Schwachen, den Einsamen und Verlassenen. Schau auf jene, die keine Helfer haben.

     

    Ganz persönlich klagen wir dir…

    Wir denken an uns lieb Menschen…

    Wir bitten dich…

    Wir danken dir für…

     

    Dich rufen wir an und beten gemeinsam:

     

    Vaterunser

    Vater unser im Himmel! Geheiligt werde dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Er­den. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

    Lied: W+86 Wenn das Brot, das wir teilen…  abspielbare Melodie siehe unten
    https://www.liederkiste.com/index.php?s=wenn-das-brot-wir-teilen&l=de

    Segen

    Der Herr segne uns und behüte uns // der Herr lasse sein Angesicht leuchten über uns
    und sei uns gnädig. // Der Herr erhebe sein Angesicht auf uns, und schenke uns Frieden.
    Amen.

     

    Der Herr segne dich und behüte dich,

    der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig.

    Der Herr erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir Frieden.

     

    Ihr Pfarrer Klaus Aller

     

     

     

  • add Youtube-Kanal der Ev. Landeskirche
  • add 10 Gebote für die Corona-Zeit

    Dr. Thorsten Latzel ist Pfarrer und Direktor der Evangelischen Akademie Frankfurt:

    Das Wort „Quarantäne“ geht ursprünglich auf das lateinische Zahlwort quadraginta, „vierzig“, zurück. Es bezeichnete früher die vierzigtägige Isolation, die man im Mittelalter ab dem 14. Jahrhundert zum Schutz vor Pest und Seuchen über Reisende oder Schiffe verhängte - in Aufnahme alter biblischer Reinheitsvorschriften (3. Mose 12,1-8). Noch in den 1960er Jahren wurden in Deutschland bei Pockenausbrüchen infizierte Menschen zum Teil ohne medizinische Versorgung in Schullandheimen isoliert.

    Während der Covid-19-Pandemie erleben wir gerade eine umfassende gesellschaftliche Quarantäne - mitten in der vierzigtägigen Fastenzeit vor Ostern. Ich glaube, dass es gut ist, wenn wir diese Zeit nicht depressiv als „Seuchen-Opfer“ erleiden, sondern aktiv und kreativ mit ihr umgehen. Und dass es gut ist, wenn die Pandemie das Beste von dem herausholt, was in uns steckt - so dass wir uns im Nachhinein vielleicht einmal über das „Gute im Schlechten“ wundern werden. Dafür kann die Fastenzeiten als Zeit des Umdenkens und der Besinnung hilfreich sein.

    Ein anderes Wort für Quarantäne im 19. Jahrhundert war Kontumaz, von lateinisch contumacia: „Trotz“, „Unbeugsamkeit“. Die Corona-Auszeit sollte so eine Zeit sein, in der wir Haltung zeigen. Fromm formuliert eine gute Mischung aus Nächstenliebe, Gottvertrauen und innerem Rückgrat.

    Auf Martin Luther geht der schöne Gedanke zurück, dass ein glaubender Mensch jeden Tag „neue Dekaloge“ entwerfen könne. Deshalb hier ein Versuch:

    10 Gebote für die Corona-Zeit

    1. Du sollst Deine Mitmenschen lieben, komm ihnen aber gerade deswegen nicht zu nahe.
      Übe Dich in „liebevoller Distanz“. Auf Deine Gesundheit und die Deiner Mitmenschen zu achten, ist immer wichtig. Jetzt kann es lebenswichtig werden.
    2. Du sollst nicht horten - weder Klopapier noch Nudeln und schon gar keine Desinfektionsmittel oder gar Schutzkleidung. Die werden in Kliniken gebraucht, nicht im Gäste-Klo zu Hause.
    3. Die Pandemie sollte das Beste aus dem machen, was in Dir steckt. Keinen Corona-Wolf und kein Covid-Monster, sondern einen engagierten, solidarischen Mitmenschen.
    4. Du solltest ruhig auf manches verzichten. Quarantäne-Zeiten sind Fasten-Zeiten.
      Dafür gewinnst Du andere Freiheit hinzu. Das passt sehr gut in die Zeit vor Ostern.
    5. Du sollst keine Panik verbreiten. Panik ist nie ein guter Ratgeber, zu keiner Zeit, gesunder Menschenverstand und Humor dagegen schon.
      Deshalb hör auf Fachleute, beruhige andere und schmunzele über Dich selbst.
      Da macht man erstmal nichts falsch und es trägt sehr zur seelischen Gesundheit bei.
    6. Du solltest von „den Alten“ lernen. In früheren Zeiten von Seuchen und Pestilenz, als es noch keine so gute Medizin wie heute gab, half Menschen vor allem ein gesundes Gottvertrauen und die tätige Fürsorge für einander. Das ist auch heute sicher hilfreich.
    7. Du solltest vor allem die Menschen trösten und stärken, die krank werden, leiden oder sterben.
      Und auch die, die um sie trauern. Sei der Mensch für andere, den Du selbst gern um Dich hättest.
    8. Du solltest anderen beistehen, die deine Hilfe brauchen - Einsamen, Ängstlichen, Angeschlagenen. Oder Menschen, die jetzt beruflich unter Druck geraten.
      Das hilft nicht nur ihnen, sondern macht Dich auch selber frei.
    9. Du solltest frei, kreativ und aktiv mit der Pandemie umgehen. Dazu sind wir von Gott berufen.
      Du wirst am Ende vielleicht überrascht sein, was sie Positives aus Dir und anderen herausholt.
    10. Du solltest keine Angst vor Stille und Ruhe haben. Wenn die Quarantäne zu mehr Zeit zum Umdenken, zum Lesen und für die Familie führt, wäre das ein guter „sekundärer Krankheitsgewinn“.
  • add Wort des Landesbischofs am Dienstag, 17. März

    <h4>Dr. h. c. Frank Otfried July schreibt an die Gemeinden der württembergischen Landeskirche</h4>

    „Meine Augen sehen stets auf den Herrn…“ (Psalm 25,15)

    Liebe Schwestern und Brüder, liebe Pfarrerinnen und Pfarrer, liebe Mitarbeitende in den Gemeinden!

    Der vergangene Sonntag war ein ungewöhnlicher Tag für unsere Landeskirche und für unser ganzes Land. Wohl zum ersten Mal in unserer persönlichen Lebenserfahrung wurden landeskirchenweit nahezu alle Gottesdienste abgesagt oder in anderer Form gefeiert: mit kurzen Gebeten im Freien vor der Kirchentür oder mit meterlangem Abstand in den Bänken, mit gedruckten Predigten daheim oder als Hausgottesdienste im kleinen Kreis der Hausgemeinschaft oder Familie, über die Medien oder über verschiedenste digitale Kanäle.

    Viele Menschen waren berührt, zum Teil vielleicht auch erschrocken angesichts dieser uns bisher fremden Situation – auch mir ging es nahe, dass sich Gemeinden nicht wie sonst im Kirchen- oder Andachtsraum miteinander versammelten, auf Gottes Wort hören, gemeinsam beten oder das Heilige Abendmahl feiern konnten.

    Und doch habe ich eine große Bereitwilligkeit wahrgenommen, diese Maßnahmen zu unterstützen. Pfarrerinnen und Pfarrer gestalteten kurzfristig ihre Gottesdienste um, stellten Predigten zur Verfügung, waren erreichbar für seelsorgliche Gespräche, boten in Kürze ganz neue Angebote und Formate an. Gottesdienstbesucherinnen und Gemeindemitglieder zeigten Verständnis, beteten miteinander in anderer Form – und stellten eigene Bedürfnisse zurück. Dafür möchte ich Ihnen allen von Herzen danken!

    Der Name des vergangenen Sonntags Okuli – „Augen“ – weist auf eine doppelte Blickrichtung. In Psalm 25,15 heißt es:
    „Meine Augen sehen stets auf den Herrn…“

    Der Sonntag Okuli ruft uns mitten in der Passionszeit zur Nachfolge Christi auf. Dabei lösen wir den Blick von uns selbst und den eigenen Ängsten und sehen auf Gott. Wir fragen, wohin uns der Weg der Liebe führt. Und erkennen: Christus, dem wir folgen, hat den Schwachen gedient. Auf ihnen liegt in diesen Tagen unser Augenmerk: Wenn wir auf eigene Vorteile verzichten, um andere zu schützen. Wenn wir an Ältere und Kranke denken, für sie beten und ihnen unsere Hilfe anbieten, damit sie diese Zeit möglichst unbeschadet und ohne Angst überstehen.

    Doch „Okuli“, die Augen, tauchen auch im Wochenpsalm, in Psalm 34,16 auf: „Die Augen des Herrn merken auf die Gerechten, und seine Ohren auf ihr Schreien.“ Das ist Trost für all diejenigen, die sich nun für andere einsetzen – in Medizin und Pflege, in Nachbarschaftshilfe und anderer Form. Trost auch für jeden Einzelnen von uns: Auch wenn wir heute nur wenige Menschen zu sehen bekommen und uns selbst vielleicht einsam und verlassen fühlen – aus Gottes Blickfeld sind wir nicht geraten. Gott sieht uns, wo immer wir sind. Das schenke Ihnen Halt und Zuversicht – auch in den kommenden Wochen,
    wenn Gottesdienste (nunmehr durch staatliches Verbot) nicht mehr stattfinden können. Über alle erdenklichen Kanäle - per Brief, Telefon, Fernsehen und Internet sowie social media – sind wir als Kirche mit unseren Gemeinden verbunden.

    Gott befohlen!

    Ihr
    Landesbischof Dr. h. c. Frank Otfried July

  • add Wort des Landesbischofs an die Gemeinden zum Sonntag Okuli, 15. März

    Liebe Gemeinde!

    In den Tagen, in denen sich der Coronavirus weiter ausbreitet, hören wir viele Botschaften und Appelle. Worte, die uns zum Handeln auffordern, aber auch unsere Haltung prägen.

    Welches Wort kann uns als Christinnen und Christen heute Orientierung geben? Mir steht eine Botschaft des Propheten Jeremia als Leitwort vor Augen: „Suchet der Stadt Bestes und betet für sie!" (Jeremia 29,7). Das heißt: Als Glaubende sind wir in diesen Tagen nicht gleichgültig angesichts dieser Bedrohung. Auch und gerade heute bejahen wir unsere Verantwortung vor Gott und den Menschen! Für diese Haltung gibt es mutmachende Beispiele. Menschen übernehmen in diesen Tagen für andere Verantwortung und schauen nicht nur auf sich selbst.

    Als Gemeinschaft in der Landeskirche wollen wir uns dem anschließen: Wir wollen gemeinsam „der Stadt Bestes suchen“. Von Gottes Zusage getragen, reagieren Christinnen und Christen auf die Herausforderungen ihrer Zeit nicht in ängstlicher Hysterie, vielmehr durch ein besonnenes und beherztes Handeln zugunsten des Wohls aller unserer Nächsten. In Verantwortung füreinander tragen wir das Unsere dazu bei, dass die Ausbreitung des Virus verlangsamt wird. So können insbesondere Ältere und Schwächere vor Ansteckung geschützt und Betroffene auch weiterhin medizinisch versorgt werden.

    „Betet für sie“: Wozu wir als Christinnen und Christen jetzt besonders gerufen sind, ist das Gebet: für erkrankte Menschen und ihre Angehörigen, für Pflegekräfte und Ärztinnen und Ärzte, deren Kraft Grenzen hat, für alle, die sich sorgen. Die folgenden Fürbitten stammen aus der Gemeinschaft der lutherischen Kirchen. Wir beten sie im Blick auf Menschen in aller Welt. Beides gehört zusammen: gut überlegte Maßnahmen in Antwort auf die aktuelle Situation und das Gebet. „Suchet der Stadt Bestes und betet für sie.“

    In diesem Geiste: Gott befohlen!

    Ihr
    Landesbischof
    Dr. h. c. Frank Otfried July

  • add Predigt von Prälatin Gabriele Arnold zum Sonntag Okuli, 15. März

    Liebe Gemeinde, liebe Schwestern und Brüder!

    Bleib‘ gesund ist der moderne Gruß dieser Tage. Ja, das wünschen und hoffen wir füreinander und auch natürlich für uns selber, gesund zu bleiben. Trotzdem sage ich lieber „bleib‘ behütet“, denn egal, ob wir erkranken oder gesund bleiben, ob wir in Quarantäne müssen oder weiterhin halbwegs normal leben, ist es doch wichtig, behütet zu bleiben. Von Gott behütet, der Leib und Seele bewahrt.

    Lobe den Herrn meine Seele … (Psalm 103) Diesen Psalm beten wir nach jedem Abendmahl, und auch wenn wir zur Zeit kein Abendmahl miteinander feiern, ja selbst wenn wir keinen Gottesdienst miteinander feiern dürfen, bleibt dieser Psalm so etwas wie ein geistlicher Wegbegleiter in diesen Tagen. Worte sind natürlich nicht Brot und Wein, aber Worte, auch geschriebene und gelesene Worte können uns stärken und kräftigen, uns ermutigen und uns miteinander und mit Gott verbinden.

    „Lobe den Herrn meine Seele und vergiss nicht, was er Dir Gutes getan hat“. Vielleicht ist dies dran in diesen Tagen. Trotz aller Problemlagen, trotz ständig neuer Nachrichten, trotz ständig neuer Empfehlungen, ja trotz der schweren Herzens gefassten Empfehlung, bis auf weiteres auch keine öffentlichen Gottesdienst zu feiern, zunächst einmal dabei zu bleiben, daran zu denken, was Gott uns nicht alles Gutes tut.

    Wir erleben ja gerade eine große Erschütterung. Viele Normalitäten werden plötzlich in Frage gestellt, und doch: Wie gut geht es uns in all diesem. Unser Gesundheitssystem funktioniert, wir haben sauberes Wasser, und wir haben alle genug zum Essen.

    Corona – so heißt das Wort, das uns alle so belastet und schreckt. Corona – das ist der lateinische Name für eine Krone. Offenbar sieht das Virus unter dem Mikroskop aus wie eine Krone und hat deshalb diesen Namen.

    Wie gut, dass es noch andere Kronen gibt als die von diesem Krankheitserreger, der nun in aller Munde ist.

    „Lobe den Herrn meine Seele… Der dich krönet mit Gnade und Barmherzigkeit.“ Gott schickt uns nicht einen Virus, so wie ich es auch schon in den letzten Tagen gelesen habe. Wer so etwas sagt, verspottet Gott. Gott schickt uns keine Krankheit, um uns zu bestrafen oder zur Besinnung zu bringen. Wer Corona zur Strafe erklärt, zieht sich aus der Verantwortung, anständig mit der Situation umzugehen, weil er die Zusammenhänge leugnet, die es ja durchaus gibt.

    Wir müssen kritisch über die Globalisierung reden, über den Umgang mit Minderheiten und die Pressefreiheit in China, über das kaputt gesparte Gesundheitssystem überall. Aber Gott hat damit nichts zu tun.  Gott tut uns Gutes und krönt uns nicht mit einem Virus, sondern mit Gnade und Barmherzigkeit. Und trotzdem spüren wir in diesen Tagen die Bedrohung. Vielleicht fürchten wir uns selbst ja gar nicht, aber viele fürchten sich und viele sind sehr besorgt und verunsichert. Und zur Umsicht gehört es leider auch, dass wir alle unsere sozialen Kontakte so weit wie möglich herunterfahren, um die Ausbreitung des Virus‘ zu verlangsamen. Die Furcht vor Krankheit und Ansteckung ist nicht neu. Zu allen Zeiten haben Menschen sich zurecht gefürchtet, auch vor Krankheit und raschem Tod. Wir lesen in Psalm 91, wie Menschen vor uns mit dieser Furcht umgegangen sind:

    Meine Zuversicht und meine Burg, mein Gott, auf den ich hoffe. Denn er errettet dich vom Strick des Jägers und von der verderblichen Pest. Er wird dich mit seinen Fittichen decken, und Zuflucht wirst du haben unter seinen Flügeln. Seine Wahrheit ist Schirm und Schild, dass du nicht erschrecken musst vor dem Grauen der Nacht, vor dem Pfeil, der des Tages fliegt, vor der Pest, die im Finstern schleicht, vor der Seuche, die am Mittag Verderben bringt.

    Ja, zu allen Zeiten haben Menschen auf Gott vertraut, darauf, dass er uns mit Gnade und Barmherzigkeit krönt, gerade wenn es zum Fürchten war.

    Auch Jesus nimmt unsere Angst und Sorge ernst. Er sagt im Johannes-Evangelium: „In der Welt habt ihr Angst. Aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden.“ (Johannes 16,33)

    „In der Welt habt ihr Angst.“

    Ja, stimmt. Und es stimmt nicht nur in Corona-Zeiten. Es gibt ja wirklich auch vieles andere, was uns Angst machen kann.

    Mir macht es Angst, wenn Rechtsextremismus und Fremdenhass zunehmen. Mir macht es Angst, wenn wir nur an uns denken und vor lauter Corona die Menschen im Grenzgebiet zwischen der Türkei und Griechenland vergessen. Mir macht es Angst, wenn keine Bienen mehr fliegen und die Klimakatastrophe scheinbar unabwendbar ist, weil wir nicht bereit sind, drastische Maßnahmen zu ergreifen.

    Mir macht es Angst, wenn in Krankenhäusern Desinfektionsmittel und Mundschutzmasken gestohlen werden und wenn Menschen Lebensmittel horten, als würden Sie monatelang nicht mehr einkaufen könnten. Dann frage ich mich: Wo bleibt denn die Krone von Gnade und Barmherzigkeit? Sind wir wirklich gekrönte Menschen oder stimmt es, dass wir eigentlich egoistische Schweine sind? Oder wie es schon die alten Römer sagten: Der Mensch ist dem Menschen ein Wolf?

    „In der Welt habt ihr Angst.“

    Ja mit Recht, denn das Leben ist gefährdet und gefährlich. Aber das Schlimme ist ja dabei auch, dass es nicht irgendwer ist, der uns Angst macht oder irgendetwas oder immer nur die anderen es sind, die uns Angst machen. Sondern wir selbst sind es ja auch.  Wir sind ja nicht nur Opfer, sondern immer auch Täter.

    „In der Welt habt Ihr Angst“.

    Angst, vor den anderen. Angst vor Euch selbst. Angst vor der Seuche, die am Mittag schleicht. „Aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden“. Das ist ein großer befreiender Satz. Ein großes Aufatmen, dass sich durch das ganze Neue Testament zieht. Die Welt überwunden. Das bedeutet nicht:  Jetzt ist denen, die an Christus glauben, alles egal, lass doch die Welt untergehen. Nein – Christus und den Christen ist die Welt nicht egal. Aber der Gedanke, dass Christus die Welt überwunden hat, ist ein furchtaustreiberischer Satz. Diese Welt mit allen ihren Ängsten und Schrecken, und ich in all meiner Angst und in meiner Verzagtheit und meiner Schuld bin nicht das Letzte und Wichtigste und Größte.

    Christus hat dem Tod die Macht genommen, und auch wenn wir in Ängsten leben, ja selbst wenn wir zu Wölfen werden, gilt: Christus sitzt im Regimente, und er hält diese Welt und er vergibt uns unsere Schuld und er hält Leben für uns bereit hier und heute – aber auch dann, wenn wir unser Leben aushauchen.

    „Mein bist Du spricht der Tod und will Groß Meister sein. Mir aber hat der Herr versprochen – Du bist mein.“ So hat es der Pfarrer und Dichter Albrecht Goes einmal formuliert. Ja, wir erwarten mehr als das Leben im Hier und Heute. Wir erwarten das Leben nach diesem Leben in der Gemeinschaft mit Gott. Wir leben von dieser Hoffnung und mit dieser Hoffnung, und wir gestalten unser Leben von dieser Hoffnung her. Wir leben von dem großen JA Gottes, der uns krönt mit Gnade und Barmherzigkeit, mit Liebe und Vergebung und mit dem Leben.

    Merkwürdig, wie die Jahreslosung, mit der viele von uns ja sehr bewusst leben, zu der Situation dieser Tage passt: „Ich glaube; hilf meinem Unglauben.“ Ja, so können wir in diesen Tagen nur immer wieder beten und uns dann überlegen, was dieser Glaube, dieses Vertrauen für Konsequenzen für unseren Alltag hat.

    Sich riesige Vorräte anlegen mit Nudeln, Konserven, Toilettenpapier und Mundschutz – das ist doch eigentlich kleingläubig.

    Da ist wenig Vertrauen da. Da meint ein jeder, er oder sie müsste jetzt erst mal nach sich selbst schauen.

    Aber wir werden vielleicht gerade in diesen Tagen wieder lernen, einander zu vertrauen und füreinander Sorge zu tragen.

    Nicht blind vertrauen, sondern sehend vertrauen. Und wir werden vielleicht wieder lernen, füreinander zu sorgen.

    Wir Christen müssten ja eigentlich Experten sein im Vertrauen. Denn Glauben heißt vertrauen.

    Wenn in diesen Tagen Schulen, Kindergärten, Kinos Theater, Fitnessstudios und Bäder geschlossen werden, dann sollten wir vielleicht Vertrauen trainieren:

    Beim Händewaschen ein Vater Unser beten (das sind 30 Sekunden, und das reicht, um richtig gewaschen zu haben)

    Die Jahreslosung als Mantra mit ins Bett nehmen.

    Sich auf Luthers Morgen- und Abendsegen besinnen (er steht im Evangelischen Gesangbuch auf Seite 1202 bzw. 1218).

    Den Psalm 103 immer wieder meditieren: Lobe den Herrn meine Seele.

    Eine offene Kirche besuchen und innehalten,

    und sich Christus öffnen, der uns sagt: Seid getrost, ich habe die Welt überwunden, oder auch ganz schlicht: Fürchte Dich nicht.

    Amen

  • add Weitere Links / Videogottesdienste / Videoandachten / Kirchenfernsehen

group Veranstaltungen

  • Meldungen aus der Landeskirche

  • 01.04.20 | Virenfreies Lernen im Homeoffice

    Das Evangelische Medienhaus bietet angesichts der Corona-bedingten Kontaktbeschränkungen zahlreiche neue digitale Bildungsmöglichkeiten an. So gibt es am Freitag, 3. April, ab 10 Uhr ein kostenloses Webinar „Medienrecht & Kirche in Corona-Zeiten“.

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  • 01.04.20 | Geschützt vor Corona, bedroht in der Familie

    Die gute Nachricht zuerst: Rund zwei Wochen nach Inkrafttreten strenger Kontaktbeschränkungen als Reaktion auf die Corona-Pandemie „vermerken wir noch keine signifikante Häufung von häuslicher Gewalt“, berichtet Diplom-Sozialarbeiterin Christiane Scheible vom Verein „Frauen helfen Frauen“ in Ulm. Sie fügt aber hinzu: Dies könne sich „unserer Einschätzung nach jederzeit ändern“.

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  • 01.04.20 | Erste Dekanin Süddeutschlands gestorben

    Marianne Koch ist tot. Die erste Dekanin Süddeutschlands starb am Montag, 30. März, im Alter von 89 Jahren in Metzingen. Sie habe viele Frauen in der Landeskirche ermutigt, Leitungspositionen zu übernehmen, würdigte Landesbischof Dr. h. c. Frank Otfried July.

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